
Die Gestaltung von Leit- und Orientierungssystemen verbindet Corporate Identity, visuelles Design, Industriedesign und Raumgestaltung, damit Menschen in komplexen Gebäuden auf dem kürzesten Weg ihr Ziel finden. Hand-Heart Design Firm ist ein taiwanisches Team, das sich auf Leit- und Orientierungssysteme spezialisiert hat. Die Leistungen reichen von der Wegeanalyse über die Zonierung und die Prüfung der Erkennbarkeit bis zur Bauüberwachung. Zu den Referenzprojekten gehören das Nationale Palastmuseum, Südlicher Zweig, das Nationalstadion Kaohsiung (Red Dot Award und iF Design Award, Deutschland) und das Forschungsgebäude der National Kaohsiung Normal University (Red Dot Design Award 2021). Hand-Heart ist überzeugt: Die besten Schilder sind ein Akzent der Architektur und keine Last für den Raum.
Die Gestaltung von Leit- und Orientierungssystemen verbindet mehrere Fachgebiete: Corporate Identity, visuelles Design, Industriedesign, dreidimensionale Formgebung, Raumgestaltung und Architektur. Sie greift auf die Elemente des Corporate-Identity-Systems zurück – Farbkonzept, typografische Hierarchie, unterstützende Grafik und Piktogrammsystem – und übersetzt sie über Layout und dreidimensionale Form so, dass Menschen sich im Raum und auf dem Gelände verorten können. Ein gelungenes Leit- und Orientierungssystem leistet vor allem zweierlei: Es führt Menschen auf dem kürzesten Weg durch das Gebäude, und es macht die Informationen und Richtungsangaben unterwegs leicht verständlich. Damit die Wegeführung reibungslos funktioniert, sollten Pläne, Schilder und die übrigen Bestandteile des Konzepts, einschließlich der Wegeleitung, so weit wie möglich dem entsprechen, wie Menschen auch in anderen Räumen nach ihrem Ziel suchen.
Ein Leit- und Orientierungssystem zu planen heißt nicht, „ein paar Schilder anzufertigen“. Es ist eine Arbeit, die von der Logik des Raums bis zur Abnahme vor Ort reicht. Wer die folgenden vier Punkte vor der Ausschreibung klärt, verkürzt die erste Projektphase deutlich.
- Der Ort
- Museen, Stadien, Parks und Campusanlagen, Krankenhäuser, Schulen, Wohnbauprojekte: Gesucht wird immer der Weg, doch die Schwierigkeit ist jedes Mal eine andere. Ein Stadion muss Zehntausende Menschen lenken, die in kurzer Zeit mit den verschiedensten Verkehrsmitteln eintreffen. Ein Museum muss dafür sorgen, dass Erstbesucher zwischen den Ausstellungsbereichen nicht die Orientierung verlieren. Ein Krankenhaus muss an Menschen denken, die einen Rollstuhl schieben oder schlecht sehen. Vor dem Beginn der Arbeit brauchen wir deshalb diese Unterlagen: Lagepläne, Grundrisse aller Geschosse, Fluchtwegpläne, eine Informationsliste, Angaben zu barrierefreien Fahr- und Fußwegen sowie die Standorte von Defibrillatoren (AED), Stillräumen und geschlechtsneutralen Toiletten samt Beleuchtungsplan. Erst damit lässt sich entscheiden, wo ein Schild nötig ist und wo nicht.
- Schnittstellen zum Bau
- Wer Fertigung und Montage übernimmt, bestimmt den Zuschnitt des Vertrags – je früher das feststeht, desto besser. Hand-Heart übernimmt wahlweise nur Planung und Gestaltung, Gestaltung samt Bauüberwachung oder eine schlüsselfertige Leistung einschließlich Fertigung und Montage. Die drei Leistungsumfänge bringen unterschiedliche Verantwortlichkeiten und Abnahmepunkte mit sich; das wird vor der Ausschreibung festgelegt. Ob in die Wand gebohrt werden darf, ob die Decke Abhängungen trägt, ob Außenschilder eine taifunsichere Konstruktion brauchen, wo die Stromanschlüsse für hinterleuchtete Schilder liegen – all das wirkt auf den Entwurf zurück. Fertigung und Montage dauern in der Regel 4 bis 8 Wochen; erst die Rückrechnung vom Eröffnungstermin zeigt, wann der Entwurf final sein muss.
- Verifizierung
- Wie groß die Schrift sein muss, wird nicht nach Gefühl entschieden. Der optimale Sehwinkel für Schrift beträgt 17 Bogenminuten; umgerechnet ergibt sich eine Mindestschrifthöhe von etwa 1/202 der Leseentfernung, bei Menschen mit Sehbeeinträchtigung das Doppelte. Nach der Rechnung folgen drei Runden Verifizierung vor Ort: ein 1:1-Ausdruck in Originalgröße zum Abgleich vor Ort, eine Bemusterung unter der tatsächlichen Beleuchtung sowie Tests bei Gegenlicht und nächtlicher Beleuchtungsstärke. Der dunkelgraue Hintergrund im Nationalstadion Kaohsiung wurde erst nach der Messung von fünf Hintergrundfarben vor Ort festgelegt.
- Bauüberwachung und Abnahme
- Überwachung der Montage vor Ort, Punkt-für-Punkt-Kontrolle und nach Fertigstellung ein Abnahmebericht. Die meisten Designbüros lassen diesen Teil aus – und genau er entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Was auf dem Plan stimmt, stimmt in der Ausführung nicht zwangsläufig.
Welche Unterlagen vorzubereiten sind und welche vier Punkte bei der Abnahme zählen, haben wir in einer Übersicht für Auftraggeber zusammengefasst: Vorbereitungspaket Leitsystem. Sie müssen keine Daten hinterlassen, das Blatt lässt sich direkt ausdrucken.

In welchen fünf Phasen läuft ein Leitsystem-Projekt ab?
Die Gestaltung eines Leit- und Orientierungssystems setzt bei der Logik des Raums an; sie besteht nicht darin, „ein paar Schilder zu entwerfen“. Hand-Heart arbeitet in fünf Phasen, jede mit einem klar definierten Ergebnis. Ein mittelgroßes Projekt dauert von der ersten Beratung bis zur Abnahme im Mittel 3–6 Monate; bei großen Mehrzweckanlagen richtet sich der Zeitraum nach den tatsächlichen Gegebenheiten.
- Bestandsaufnahme & ErkenntnisseWir gehen den Ort ab, um die Schwachstellen der Wegeführung zu finden und die räumliche Orientierung zu verstehen. Wir klären, wohin die Menschen wollen, die mit dem jeweiligen Verkehrsmittel ankommen.Ergebnis: Bestandsaufnahme und Bericht zu den Schwachstellen der Wegeführung
- Logische PlanungWir definieren die Informationshierarchie, legen die Entscheidungspunkte fest und planen die gesamte Logik der Schilderstandorte – wo ein Schild nötig ist und wo nicht.Ergebnis: Zonierungskonzept und Standortplan
- EntwurfspräsentationWir stellen den gestalterischen Entwurf vor – Layout, Schrift, Farbe, Material und dreidimensionale Ausformung – und prüfen die Leseentfernungen.Ergebnis: Entwurfspräsentation und Nachweis der Erkennbarkeit
- Verifizierung & FertigungBemusterungen bestätigen die Wirkung; in der Serienfertigung übernehmen wir Qualitätskontrolle und Terminverfolgung. Was auf dem Plan stimmt, stimmt in der Ausführung nicht zwangsläufig.Ergebnis: Bemusterung und Qualitätssicherung in der Fertigung
- Bauüberwachung & AbnahmeWir überwachen die Montage vor Ort, kontrollieren Punkt für Punkt und übergeben nach Fertigstellung einen Abnahmebericht – der Teil, den die meisten Designbüros auslassen und der über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.Ergebnis: Bauüberwachung und Abnahmebericht
Der Leistungsumfang von Hand-Heart reicht vom gebietsweiten Leit- und Orientierungssystem über Piktogrammsysteme, Wegeanalyse und -gestaltung, Beschilderungsrichtlinien, Material- und Konstruktionsplanung bis zu Fertigung und Bauüberwachung. Vollständige Leistungen und Honorare ansehen →
Technische Patente: Die Schilderkonstruktion von Hand-Heart ist als Erfindungspatent der Republik China (Taiwan) Nr. 908504 „Hinweisschild“ geschützt; das bei Schildern häufig eingesetzte Druckverfahren für unsichtbare Muster als Erfindungspatent Nr. 908503 „Druckverfahren für unsichtbare Muster und daraus hergestellte Drucksachen“. Ein Erfindungspatent muss die materielle Prüfung bestehen und Neuheit sowie erfinderische Tätigkeit nachweisen – in der Designbranche ist das selten.
Wie wird nach der Berechnung geprüft?
Die Formel liefert eine Untergrenze, keine Garantie. Schrift derselben Höhe ist auf dunklem Grund, im Gegenlicht oder bei Nachtbeleuchtung völlig unterschiedlich gut lesbar. Deshalb prüft Hand-Heart in jedem Projekt in drei Runden vor Ort:
- 1:1-Ausdruck in Originalgröße, Abgleich vor Ort
Wir drucken die Zeichnung in tatsächlicher Größe aus, hängen sie vor Ort auf und prüfen sie von der Position, an der Menschen wirklich stehen. Schrift, die auf dem vergrößerten Plan völlig klar wirkt, sieht aus zehn Metern Entfernung oft ganz anders aus.
- Bemusterung, Prüfung vor Ort
Wir fertigen ein Muster im tatsächlichen Material und prüfen es unter der realen Beleuchtung. Acryl, Metall und Folie reflektieren unterschiedlich; dasselbe Grau ist am Bildschirm und an der Wand zweierlei Grau.
- Tests bei unterschiedlicher Beleuchtungsstärke und im Gegenlicht
Wir prüfen zu verschiedenen Tageszeiten und unter verschiedenen Lichtbedingungen erneut, besonders in den Stunden, in denen eine Glasfassade das Schild ins Gegenlicht setzt, und bei Nacht. Ein Schild soll nicht nur zur Mittagszeit gut aussehen.
Selbst der Hintergrund wurde gemessen: das Beispiel Nationalstadion Kaohsiung
Im August 2019 führte Hand-Heart im Nationalstadion Kaohsiung einen Feldtest zur Erkennbarkeit der Hintergrundfarbe durch: fünf Farbmuster – Dunkelgrau, Weiß, Dunkelblau, Grau und das ursprüngliche Blau. Die Testpersonen notierten jeweils die „größte Entfernung“, aus der sie chinesische Schrift, lateinische Schrift und Piktogramme (ICON) klar erkennen konnten; anschließend wurden die Ergebnisse nach Entfernung sortiert.
Die endgültige Entscheidung über den Hintergrund fiel nicht allein nach Testwerten, sondern in drei Schritten: zuerst die gemessene Rangfolge der Erkennbarkeit, dann die gestalterische Frage, wie die Farbe zum Sichtbeton passt, und schließlich die Genehmigung durch den Behördenleiter – festgelegt wurde Dunkelgrau. Auch die Gründe dafür sind konkret: Die Farbe passt zur Anmutung des Sichtbetons, fügt sich in die Umgebung ein, lässt die Information auf dem Schild gerade dadurch deutlicher hervortreten und erleichtert den Farbabgleich zwischen verschiedenen Materialien.
So sieht „wissenschaftliche Verifizierung“ in der Praxis aus: Die Daten schließen die offensichtlich falschen Optionen aus; am Ende entscheiden das fachliche Urteil und die Genehmigung durch die nutzende Stelle.
Campus und Museum: Wie wird geprüft, und wie lässt sich das System später ergänzen und aktualisieren?
Im Forschungsgebäude der National Kaohsiung Normal University sind die Schilder nach Verwendungszweck in 15 Typen von A1 bis H gegliedert; jeder Standort wurde einzeln in den Grundrissen der Etagen 1F–3F und 4F–7F festgelegt. Die Schrifthöhen wurden aus der Leseentfernung abgeleitet: Mit einem Sehwinkel von 17′ wurde die Mindestschrifthöhe berechnet und die Schrifthöhe für Menschen mit Sehbeeinträchtigung gesondert ermittelt; anschließend wurden Schildmuster vor Ort an Wand und Decke auf ihre Position geprüft. Als Trägermaterial dienen modulare Lochbleche, in die Ziffern und Icons mit einer wasserfesten, reißfesten Wachsschnur eingeflochten sind. Das Material lässt sich wiederverwenden und zu unterschiedlichsten grafischen Informationen verknüpfen; der modulare Aufbau lässt zudem Raum für spätere Pflege und Erweiterungen.
Im Nationalen Palastmuseum, Südlicher Zweig, haben Fahrwege, Fußwege und barrierefreie Wege jeweils andere Betrachtungsdistanzen. Hand-Heart erfasste zuerst Standort und Bauform jedes Schildes sowie die Anzahl der Schilder und stellte auf dem Gesamtplan Papierprototypen Punkt für Punkt auf. Danach wurden die Schriftgrößen mit 1:1-Aufbauten vor Ort und der Formel für die Erkennbarkeit bestätigt, und entlang der Wege der Nutzer wurde Schild für Schild geprüft, ob die Schilder lückenlos aufeinanderfolgen und die Pfeile in die richtige Richtung zeigen. Alle Schilder des Geländes sind nach Montageart und Funktion codiert, jeder Typ hat feste Maße und Spezifikationen; die Vorgaben gingen zusammen mit den Werkplänen und einer Systemübersicht an das Museum, als Grundlage für spätere Ergänzungen und die Pflege.
Zur Pflege gehört auch der Umgang mit unvorhergesehenen Ereignissen. Nach dem schweren Taifun Danas im Juli 2025 stürzten im Südlichen Zweig des Palastmuseums einige der gerade erst aufgestellten federförmigen Schilder um. Das Team von Hand-Heart war noch am Tag der Meldung vor Ort und baute die beschädigten Schilder innerhalb von 12 Stunden ab und transportierte sie ab. Nach der Begutachtung durch einen Tragwerksplaner wurden die Fundamente vergrößert und Schrägstreben mit Versteifungsblechen ergänzt; innerhalb eines Monats waren die Schilder neu gefertigt, montiert und abgenommen.
Die Prüfung beantwortet die Frage, ob man heute gut lesen kann. Codierung, Vorgaben und wiederverwendbare Konstruktionen beantworten die Frage, wie sich das System später ergänzen und aktualisieren lässt.

Wie groß muss die Schrift sein? Hand-Heart rechnet, statt zu schätzen
Der Schnittpunkt von Wissenschaft, Ästhetik und Philosophie
Hand-Heart ist überzeugt: Gute Leitsystemgestaltung entsteht dort, wo drei Dinge zusammentreffen. Die Wissenschaft liefert die Grundlage – die Grenzen des menschlichen Sehwinkels, die statistischen Werte zur Augenhöhe, das Reflexionsverhalten der Materialien; all das lässt sich messen und nachrechnen. Die Ästhetik entscheidet, ob sich die Schilder in die Architektur einfügen, ob sie Teil des Raums werden statt ein Flicken darauf. Die Philosophie beantwortet eine grundlegendere Frage – wie möchte dieser Raum, dass Menschen behandelt werden?
Fehlt eines davon, geht etwas schief. Wissenschaft allein ergibt Schilder, die zwar richtig, aber kalt sind und nicht zur Umgebung passen. Ästhetik allein ergibt Dekoration, die gut aussieht und sich nicht lesen lässt. Philosophie allein bleibt eine schöne Formulierung, die nie in der Praxis ankommt. Deshalb muss jede Entscheidung von Hand-Heart auf einer wissenschaftlichen Grundlage beruhen – die Formel, die Zahlen und der Prüfablauf weiter unten sind die konkrete Gestalt dieser Überzeugung.
„Ist diese Schrift zu klein?“ ist die Frage, die in Leitsystem-Projekten am häufigsten auftaucht und am ehesten aus dem Bauch heraus entschieden wird. Hand-Heart entscheidet sie nicht nach Gefühl: Wir ermitteln die Mindestschrifthöhe für jede Position mit einer Formel für die lesbare Schrifthöhe und prüfen sie anschließend vor Ort.
α = 3438 × L ÷ Dα = Sehwinkel (Bogenminuten, MOA) | L = Schrifthöhe (cm) | D = Leseentfernung (cm)
Der optimale Sehwinkel für Schrift beträgt 17 Bogenminuten (17′). Setzt man 17′ ein und löst nach L auf, ergibt sich die Mindestschrifthöhe für diese Position: L = 17 × D ÷ 3438. Als leicht zu merkendes Verhältnis sind das etwa 1/202 der Leseentfernung – auf je 2 Meter Leseentfernung kommt mindestens 1 cm Schrifthöhe.
| Leseentfernung | Mindestschrifthöhe, allgemein | Mindestschrifthöhe, Sehbeeinträchtigung |
|---|---|---|
| 3 m | 1,5 cm | 3,0 cm |
| 5 m | 2,5 cm | 4,9 cm |
| 10 m | 4,9 cm | 9,9 cm |
| 20 m | 9,9 cm | 19,8 cm |
| 30 m | 14,8 cm | 29,7 cm |
Die Mindestschrifthöhe für Menschen mit Sehbeeinträchtigung beträgt das Doppelte des allgemeinen Werts. Diese Spalte ist kein optionales Extra: Wird die Beschilderung im öffentlichen Raum nur nach den allgemeinen Werten ausgelegt, ist sie für ältere Menschen und Menschen mit geringem Sehvermögen eine tatsächliche Barriere.
Auch die Montagehöhe wird berechnet
Neben der Schrifthöhe hat auch die Montagehöhe eines Schildes eine klare Grundlage. Hand-Heart geht von den mittleren Augenhöhen aus der Ergonomie aus – 150 cm bei erwachsenen Frauen und Männern, 117,5 cm bei Kindern und Rollstuhlfahrenden – und setzt zwei Grenzen: nach oben 50 Grad Blickwinkel über der Horizontalen (darüber schmerzt der Nacken und die Schrift wird unlesbar), nach unten eine Sichtlinie, die von Fußgängern innerhalb der nächsten 5 Meter nicht verdeckt wird.
| Montagehöhe | Höhe der Schildfläche | Übliche Leseentfernung | Zugehörige Schrifthöhe |
|---|---|---|---|
| 3,2 m | max. 70 cm | ca. 10,9 m | 5,4 – 10,8 cm |
| 2,9 m | max. 60 cm | ca. 9,2 m | 4,6 – 9,1 cm |
Diese Werte stammen aus der tatsächlichen Berechnung für das Nationalstadion Kaohsiung. Montagehöhe, Schildformat, Leseentfernung und Schrifthöhe hängen voneinander ab; ändert man einen Wert, müssen die anderen drei neu gerechnet werden.
Woran erkennt man ein gutes Leitsystem?
- 01Dort, wo es gebraucht wird – sonst still
Mehr Schilder sind nicht besser. Sie stehen an den entscheidenden Punkten der Wegekette – Abzweigungen, Geschosswechsel, Eingänge – der übrige Weg bleibt frei. Das senkt zugleich die Fertigungskosten und die visuelle Unruhe.
- 02Information von fern nach nah staffeln
Aus der Ferne erkennt man Farbe, auf mittlerer Distanz Zeichen, und erst aus der Nähe liest man Schrift. Ein Schild, das alles enthält, sagt nichts.
- 03Die Reihenfolge bleibt immer gleich
Gleichartige Information erscheint auf jedem Schild in derselben Reihenfolge. Menschen schließen vom vorigen Schild auf das nächste; gerät die Reihenfolge durcheinander, ist das Vertrauen dahin.
- 04Für alle nutzbar
Das schließt Menschen mit unterschiedlichem Sehvermögen, unterschiedlicher Lesefähigkeit und unterschiedlicher Sprache ein. Für sie ist ein schlecht gestaltetes Leitsystem nicht nur unbequem, sondern eine tatsächliche Barriere, die ihnen im Weg steht.
Erkennungsweite: Farbe → Zeichen → Schrift
Dasselbe Schild gibt auf unterschiedliche Entfernung Unterschiedliches preis. Beispiel: die Zonenschilder im Nationalstadion Kaohsiung:
Aus der Ferne liest man nur die Farbfläche, auf mittlerer Distanz das Kürzel, und erst aus der Nähe „SECTION“. Die Information auf einem Schild muss in dieser Reihenfolge gestaffelt sein und darf nicht in einer einzigen Größe stehen.

Schilder sollen ein Akzent der Architektur sein, keine Last für den Raum
Beim Entwurf von Richtungsschildern und Leitsystemen gilt: je weniger Mittel nötig sind, desto besser. Hand-Heart Design Firm ist überzeugt, dass das beste Leit- und Orientierungssystem seine eigene Präsenz im Raum zurücknimmt und zugleich zuverlässig den Weg weist und Informationen effizient vermittelt. Wenn Hand-Heart Leitsysteme für Wohnquartiere, Veranstaltungsstätten, Parks und Museen entwirft, klärt das Büro deshalb stets mit strategischem Wayfinding-Denken die Logik von Wegen und Verkehrsströmen und setzt die Schilder an die entscheidenden Knotenpunkte der Wegekette. Das senkt Anzahl und Verwaltungsaufwand der Schilder, verringert zusätzlich die Belastung der Umgebung durch visuelle Information und lässt die Schilder im Gebäude genau das leisten, worauf es ankommt: Richtung weisen und Orte kenntlich machen.
Über das Leit- und Orientierungssystem finden Nutzerinnen und Nutzer den kürzesten Weg, und die Informationshierarchie von Schildern und Layout sorgt im Gebäude für eine einfache, klare und praxistaugliche Orientierung.
Ein modulares Leitsystem: das Beispiel Nationalstadion Kaohsiung
Mit den beschriebenen Schritten entsteht ein modulares Leitsystem – eines, das zum Gebäude passt und zugleich dem entspricht, was Menschen von einer Wegweisung erwarten.
Ein Beispiel ist das mit dem Red Dot Design Award und dem iF Design Award ausgezeichnete Leitsystem für das Nationalstadion Kaohsiung. Über Begehungen und eine Bestandsaufnahme erfassten wir die Wege der Besucherinnen und Besucher, die zu Fuß, mit der Metro, dem Bus, dem Auto oder dem Motorroller anreisen, teilten sie in Gruppen ein und trennten ihre unterschiedlichen Ziele von den gemeinsamen Zielorten – Parkplätze, Ticketverkauf, Sitzplätze, Toiletten, Verkaufsstände, Treffpunkte, Ein- und Ausgänge. Erst nachdem die Plausibilität der Wegeketten geprüft war, folgten systematische Richtlinien und Gestaltung.
Wir haben die Zonierung von Gebäude und Beschilderung vereinfacht und vermitteln die Zonenlogik von fern nach nah über Farbe, Buchstaben und Zahlen; daraus entstehen Schildmodule, die den Ort kenntlich machen. Diese Reihenfolge ist nicht beliebig gewählt – sie folgt der Eigenart des menschlichen Sehens, mit abnehmender Entfernung zuerst Farbe, dann Form und zuletzt Schrift zu erkennen. Das erleichtert das Verstehen des Systems und hilft Menschen, die zum ersten Mal in einem komplexen Gebäude stehen, sich rasch zu orientieren.

Ein gutes Leitsystem stellt für jede Route genug Entscheidungsinformation bereit, damit Menschen an einer Abzweigung richtig wählen. Es lässt sie zugleich erkennen, wo sie sich in einem fremden Gebäude befinden, und zeigt an den Schlüsselpunkten knappe Information, sodass die richtige Richtung sich von selbst ergibt.
Das beste Leitsystem nimmt seine Präsenz im Raum zurück.– Schilder sind dafür da, dass Menschen ihren Weg finden, nicht dafür, dass Menschen Schilder sehen
Warum braucht eine zurückhaltende Beschilderung mehr Vorarbeit?
Das Gestaltungsprinzip von Hand-Heart ist schlicht: Nutzerinnen und Nutzern den kürzesten Weg anbieten – das verbessert die Nutzung des Leitsystems und entspricht den Grundsätzen des Universal Design.
Schwierig daran, mit wenigen Schildern auszukommen und trotzdem niemanden in die Irre zu schicken, ist nicht das Zeichnen. Schwierig ist die Arbeit davor, die niemand sieht.
Dafür braucht es viel Arbeit im Vorfeld
Wir erfassen die Wege der verschiedenen Nutzergruppen, analysieren die Entscheidungspunkte und spielen besondere Situationen durch – Reisende mit Gepäck, Besucherinnen im Rollstuhl, Eltern beim ersten Besuch, Pendler in Eile. An derselben Ecke braucht jede dieser Personen andere Information.
Diese Vorarbeit dient dazu, eine tatsächlich bessere Nutzung sicherzustellen und die sieben Prinzipien des Universal Design einzuhalten: breite Nutzbarkeit, Flexibilität in der Benutzung, einfache und intuitive Benutzung, sensorisch wahrnehmbare Informationen, Fehlertoleranz, niedriger körperlicher Aufwand sowie Größe und Platz für Zugang und Benutzung. (1997 von Ron Mace und Kolleginnen und Kollegen am Center for Universal Design der North Carolina State University formuliert.)
Ob die Beschilderung gut ist, zeigt sich am Ende nicht daran, wie auffällig sie ist, sondern daran, wie viele Menschen nicht stehen bleiben und nach dem Weg fragen müssen.
Projekte: Leit- und Orientierungssysteme
Nationales Palastmuseum, Südlicher ZweigGebietsweite Planung und Montage einschließlich Bauüberwachung
National Kaohsiung Normal University, ForschungsgebäudeRed Dot Design Award 2021, Taipei International Design Award 2023 in Silber
SanFar PropertyWegeleitung und Ortsidentität in einem Wohnbauprojekt zusammengeführt
- Taichung International Convention and Exhibition Center
Leitsystem-Projekt 2025
Design in Bewegung erleben
Dieser Projektfilm zeigt Gestaltung und Bewegungssprache des Projekts für die NKNU; Sie können ihn zusammen mit der Beschreibung auf dieser Seite ansehen.
Für wen eignen sich diese Projekte zu Leitsystemen und Umgebungsgestaltung?
Je nach Nutzung Ihrer Räume und nach Ihrem Bedarf bei der Verwaltung der Schilder können Sie sich an den folgenden Projekten orientieren.
- Wenn Ihre Gemeindeverwaltung das Lernen der Hakka-Sprache in die Büroräume einbinden möchte, können Sie sich an der Hakka-sprachigen Umgebungsgestaltung für das Gemeindeamt Wanluan orientieren: Dort wurden Figuren und Hauptmotiv auf Abteilungsschilder, den Servicetresen und die Etagenschilder am Eingang übertragen.
- Soll in Ihrem Kindergarten eine vorhandene Figur bis ins Treppenhaus weitergeführt werden, zeigt die Hakka-sprachige Umgebungsgestaltung für den Gemeindekindergarten Wanluan einen Weg: Die Illustration wurde zuerst in Fotos der echten Treppe montiert, um ihre Wirkung im Winkel der Stufen zu prüfen.
- Wenn Sie eine Veranstaltungsstätte mit vielen Schildtypen verwalten und Angaben dazu schwer zu finden sind, bietet das Leitsystem des Nationalstadions Kaohsiung einen Ansatz: Ein Code aus lateinischen Buchstaben und Zahlen verknüpft jede Schildfläche mit ihrem Material und ihrem Standort.
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich die Planung eines Leitsystems vom Anfertigen von Schildern?
Schilder anzufertigen ist Fertigung; ein Leitsystem zu planen ist Planung. Das eine beantwortet die Frage, wie ein Schild aussieht; das andere, wie viele Schilder ein Raum braucht, wo jedes davon steht, was darauf steht und wie sie aufeinander Bezug nehmen. Der Unterschied liegt darin: Auch das schönste Schild hilft nicht, wenn es am falschen Ort hängt oder die Informationshierarchie durcheinandergerät – dann verlaufen sich die Menschen trotzdem. Hand-Heart beginnt mit Wegeanalyse und Zonierungslogik und geht erst zur visuellen Gestaltung über, wenn die Standorte feststehen.
Warum findet man mit weniger Schildern leichter den Weg?
Weil die kognitiven Ressourcen in einer fremden Umgebung begrenzt sind. Dichte Beschilderung führt dazu, dass man nicht weiß, welches Schild man lesen soll – sie wird zu „visuellem Rauschen“. Wirksam ist, Schilder nur an den Entscheidungspunkten zu setzen – Abzweigungen, Geschosswechsel, Eingänge – und den übrigen Weg frei zu halten. Wer im entscheidenden Moment eine klare Ansage bekommt, geht die Strecken dazwischen von allein weiter. Zugleich sinken die Kosten für Fertigung und spätere Wartung.
Wie verbindet sich ein Leitsystem mit dem Corporate-Identity-System (CIS)?
Ein Leitsystem übernimmt die Elemente des Corporate-Identity-Systems unmittelbar: Farbkonzept, Schrift und typografische Hierarchie, unterstützende Grafik und Piktogrammsystem. Besteht bereits ein CIS, sollte die Gestaltung der Beschilderung es fortschreiben statt neu anzusetzen. Besteht noch keines, empfiehlt sich zuerst die Corporate Identity – sonst wird die Beschilderung zur einzigen visuellen Sprache im Raum, die auf nichts aufbaut. Weiterführend: Corporate-Identity-System (CIS) im Überblick.
Wie groß muss die Schrift auf einem Schild sein? Gibt es eine Formel?
Ja. Hand-Heart verwendet die Formel für die lesbare Schrifthöhe: α = 3438 × L ÷ D, wobei α der Sehwinkel in Bogenminuten, L die Schrifthöhe und D die Leseentfernung ist. Setzt man den optimalen Sehwinkel von 17 Bogenminuten ein und löst nach L auf, ergibt sich: Mindestschrifthöhe = 17 × Leseentfernung ÷ 3438, also etwa 1/202 der Leseentfernung – auf je 2 Meter Leseentfernung mindestens 1 cm Schrifthöhe. Bei Sehbeeinträchtigung gilt der doppelte Wert. Die Formel stammt aus der Masterarbeit von Hsu Chih-Yang (2011) und aus der Ergonomienorm ANSI/HFES 100-2007.
Muss die berechnete Schrifthöhe noch vor Ort geprüft werden?
Ja. Die Formel liefert eine Untergrenze, keine Garantie – Schrift derselben Höhe ist auf dunklem Grund, im Gegenlicht oder bei Nachtbeleuchtung sehr unterschiedlich gut lesbar. Hand-Heart prüft in drei Runden: erstens ein 1:1-Ausdruck der Zeichnung in Originalgröße, vor Ort aufgehängt und abgeglichen; zweitens eine Bemusterung im tatsächlichen Material unter der realen Beleuchtung; drittens wiederholte Tests zu verschiedenen Tageszeiten und bei unterschiedlichen Beleuchtungsstärken, besonders im Gegenlicht und bei Nacht.
Wann sollte ein Leitsystem erneuert werden?
Vier häufige Anlässe. Erstens: Der Raum wurde umgebaut oder erweitert, die ursprüngliche Wegelogik passt nicht mehr. Zweitens: Menschen verlaufen sich immer wieder an derselben Stelle oder fragen dort nach – das Personal vor Ort weiß es am besten. Drittens: Die Schilder sind über die Jahre einzeln hinzugekommen, Ausführung, Material und Reihenfolge der Informationen stimmen nicht mehr überein. Viertens: Die Organisation hat ihre Corporate Identity erneuert, die Beschilderung trägt noch die alte.
Wann sollte ein Leitsystem-Team in ein Neubauprojekt einsteigen?
So früh wie möglich, im Idealfall bereits in der Entwurfsphase des Gebäudes. Standorte, Stromversorgung, Einbauteile und die Schnittstellen zur Konstruktion müssen mit dem Bau abgestimmt sein. Wer die Beschilderung erst nach dem Innenausbau plant, steht oft vor dem Problem, dass dort, wo ein Schild hängen soll, keine Unterkonstruktion vorhanden ist und dort, wo es leuchten soll, kein Strom liegt. Hand-Heart kann bereits in der Planungsphase des Gebäudes an der Wegeanalyse mitwirken, damit Beschilderung und Raum gemeinsam entstehen.
Sie planen einen Neubau oder möchten die Wegeführung in einem bestehenden Gebäude verbessern?
Hand-Heart bietet eine kostenlose Wegeanalyse an: Für Projekte im Süden Taiwans lässt sich eine kostenlose Begehung vereinbaren; für Mittel- und Nordtaiwan sowie für Projekte im Ausland beginnen wir online anhand von Plänen und Fotos und vereinbaren bei Bedarf einen Termin vor Ort. Schicken Sie uns die Pläne und beschreiben Sie die Probleme, auf die Sie stoßen – wir sagen Ihnen offen, ob Sie ein vollständiges System brauchen oder ob punktuelle Anpassungen genügen.
Kostenlose Wegeanalyse vereinbaren →Oder rufen Sie an: +886-7-285-7000 | [email protected]
Methoden und Projektquellen: Hand-Heart Design Firm. Seite erstellt am 27. September 2026.